Infos & KontaktEventsDie DonauFotothekGeschichteSchiffeSchiff & NautikWeb Links

Die Donau. Der Strom durch Europa

Ein Fluss erzählt seine Geschichte.

Liebe Leser!

Wenn ich mich kurz vorstellen darf, mein Name ist Donau. Ich bin der zweitlängste Fluss Europas, der sich durch 10 Länder (Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und Ukraine) fließt und meine Flusskilometer, sind die einzigen, die von der Mündung zur Quelle gemessen werden.
Mein Ursprung befindet sich im Schwarzwald, Deutschlands größtes, zusammenhängendes Gebirge im Süden von Baden-Württemberg. Meine Quellflüsse nennen sich Breg und Brigach. Ich selbst habe eine Länge von 2.888 Kilometern und bin ab Kelheim schiffbar.

Aus Sicht der Binnenschifffahrt werde ich in drei Teile geteilt. Der erste Teil nennt sich „Obere Donau“ und reicht von Kelheim bis Komarom, der zweite Teil nennt sich „Mittlere Donau“ und umfasst die Strecke von Komarom bis Turn Severin und der dritte Teil wird „Untere Donau“ genannt, er umfasst die Strecke von Turn Severin bis zu meiner Mündung in das Schwarze Meer. Dabei durchlaufe ich 18 Schleusen: Bad Abbach, Regensburg, Geisling, Straubing, Kachlet, Jochenstein, Aschach, Ottensheim-Wilhering, Abwinden-Asten, Wallsee-Mitterkirch, Ybbs-Persenbeug, Melk (Neuwinden), Altenwörth, Greifenstein, Freudenau, Gabcikovo, Eisernes Tor 1 und Eisernes Tor 2.

 

Von Passau bis zum Beginn der Wachau:

In Passau treffe ich auf die Flüsse Ilz, aus dem Moorgebiet kommend und deshalb schwarzes Wasser führend und dem Inn, von den Alpen kommend und grünes Wasser führend. Zusammen bilden wir ein längeres Stück nach dem Zusammenfluss ein Phänomen mit 3 Wasserfarben: blau, grün und schwarz.
Zwei Kilometer nach dem Zusammenfluss, bestimme ich für 20 Kilometer die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Dieser Abschnitt wird auch Donauleiten genannt.
Ich erreiche die erste Schleuse in Österreich, das Kraftwerk Jochenstein, welches ein deutsch-österreichisches Gemeinschaftsprojekt ist.
In Oberösterreich grüße ich die Stahlstadt Linz mit dem Pöstlingberg, auf die die steilste Adhäsionsbahn Europas führt, an meiner linken Seite und der ÖSWAG Linz an meiner rechten Seite. Ich kennzeichne aber auch die Grenze zwischen Mühlviertel und Innviertel, danach noch zwischen Mauthausen und Grein, die Grenze von Oberösterreich und Niederösterreich.
Der 25 Kilometer lange Abschnitt zwischen Grein und Ybbs nennt sich Strudengau. Der Strudengau war einst eines der gefährlichsten Donauabschnitte, da es Untiefen gab und Felsenriffe im Strom Strudeln erzeugten. Erst durch die Sprengung von mehreren Felsen und dem Bau des Donaukraftwerkes Ybbs-Persenbeug in den Jahren 1954-1959 wurde die Gefahr beseitigt.
Schloss Donauhof, welches zwei Kilometer nordöstlich von Ybbs liegt, wurde dabei den Fluten überlassen und liegt heute unter der Wasseroberfläche.
Der 25 Kilometer lange Abschnitt zwischen Ybbs und Melk nennt sich Nibelungengau. Der Name erklärt sich aus der Tatsache, dass diese Region im Nibelungenlied eine wichtige Rolle spielte.

Von der Wachau bis nach Tulln:

Der anschließende 30 Kilometer lange Abschnitt zwischen Melk und Krems nennt sich Wachau. Die Wachau gilt als der schönste Abschnitt von mir und ist auch sehr bekannt für ausgezeichnete Qualitätsweine und Obstbau. Die Weinbaufläche beträgt cirka 1349 Hektar. Im Jahre 1954 wurde die Wachau zum Landschaftsschutzgebiet erklärt, seit 1994 besitzt die Region das „Europäische Diplom für geschützte Gebiete des Europarates“ und im Jahre 2000 wurde sie in das UNESCO Weltkultur- und Naturerbe als „Kulturlandschaft Wachau“ mit Stift Melk, Stift Göttweig und der Altstadt Krems aufgenommen.
Anfang der 1970er Jahre, sollte das Donaukraftwerk Rührsdorf auf der Höhe von Dürnstein errichtet werden. Nach heftigem Widerstand der Bevölkerung wurde dieses Projekt aber niemals umgesetzt und 1982 endgültig von der Regierung aus dem Programm gestrichen.
Oberhalb meines linken Ufer blicke ich auf die alte mittelalterliche Kuenringerstadt Dürnstein, in deren Burg der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde und am Ende der Wachau bewundere ich noch an meinem linken Ufer die 1000 jährige Handels- und Schifferstadt Krems.
Weiter leitet sich mein Flussbett zur nächsten Schleuse, dem Donau-Laufkraftwerk Altenwörth, welches unter anderem als leistungsstärkstes Donaukraftwerk Österreichs gilt. Erbaut wurde es zwischen 1973 und 1976 südlich meines ursprünglichen Beckens und nach der Fertigstellung wurde ich in das neue Becken umgeleitet. Mein Altarm ist inzwischen ein attraktiver und naturnaher Erholungsraum. Der Ort selbst liegt inmitten meiner Auen, welche für viele seltene Tiere und Pflanzen die letzten Rückzugsgebiete sind.
Ich fließe weiter nach Zwentendorf. Dieser Ort ist bekannt für das einzige österreichische Atomkraftwerk, welches glücklicherweise durch eine Volksabstimmung am 5. November 1978 nie in Betrieb genommen wurde.

Von Tulln bis nach Wien:

Schon setze meine Reise fort und gelange nach Tulln. Die „Blumenstadt“ ist der politische und wirtschaftliche Mittelpunkt des Tullnerfeldes, ein fruchtbares Gebiet, welches eine Länge von 48 Kilometer und eine Breite von 14 Kilometern vorweisen kann. Tulln selbst ist auch sehr bekannt, für diverse Messen und der einzigen Zuckerfabrik Österreichs.
Vor mir ragt schon die nächste Stadt hervor. Es ist Stockerau und sie liegt zu meiner linken Seite. Der Name selbst leitet sich angeblich aus der Zusammensetzung „Stocker - Au“ ab, die Au der Holzfäller. Diese siedelten sich im 8. Jahrhundert in diesem Bereich an. Heute ist diese Gegend ein sehr begehrtes Erholungsgebiet. Hier treffe ich auch schon auf meine nächste Schleuse, dem Laufkraftwerk Greifenstein. Der Bau wurde 1981 begonnen, vier Jahre später wurde das Elektrizitätswerk in Betrieb genommen. Am linken Ufer befindet sich auch die Burg Kreuzenstein, deren Ursprünge bis in das 12. Jahrhundert zurückführen. Die 1131 erstmals urkundlich erwähnte Burg Greifenstein befindet sich gegenüber zu meiner rechten Seite.
Am Anschluss erreiche ich Korneuburg. Im Jahre 1852 wurde an meinem linken Seitenarm die Werft Korneuburg mit einer Fläche von 12.000 m2 erbaut, welche als Reparatur- und Abstellplatz für Donauschiffe der Ersten DDSG diente. In den darauf folgenden 30 Jahren wurde das Areal auf 28.000 m2 und auf 25.000 m2 Wasserfläche erweitert. Während des 2. Weltkrieges galt die Schiffswerft als kriegswichtig und beschäftigte rund 1.300 Mitarbeiter. Das Werftgelände selbst wurde zu diesem Zeitpunkt auf cirka 197.000 m2 vergrößert und stand unter der Leitung der Herman Göring Werke. Nach dem Staatsvertrag wurde sie wieder an die DDSG zurückgegeben.
Fehlende Staatliche Subventionen und eine zu große Abhängigkeit von Aufträgen der Sowjetunion führten zum Niedergang der Schiffswerft und 1991 zur Privatisierung. Im Jahre 1993 wurden die letzten Schiffe fertig gestellt und die Schiffswerft geschlossen.
Etwas unterhalb an meinem rechten Ufer befindet sich der Ort Klosterneuburg mit gleichnamigem Kloster. Zu beginn des 13. Jahrhunderts drängten die Bewohner aufgrund von mehreren Überschwemmungen landeinwärts, sodass sich die beiden Stadtteile zu Neuburg Klosterhalben (Klosterneuburg) und Neuburg Markthalben (Korneuburg) auseinander entwickelten.
Die österreichische Bundeshauptstadt Wien liegt als nächstes auf meinem Weg.

Die österreichische Hauptstadt Wien:

In Langenzersdorf, an der Grenze zu Wien wurde 1975 ein Einlaufbauwerk errichtet, das in Verbindung mit meinem neuen künstlich geschaffenen Flussteil an meiner linken Seite die umliegenden Anrainer vor eventuellen Hochwassern schützen soll.
Zu diesem Zweck wurde ein Flussbecken ausgehoben. Zwischen meinem Flusslauf und diesem neuen Becken wurde eine künstliche Insel geschaffen, die so genannte „Donauinsel“. Als Langenzersdorf zum ersten Mal geöffnet wurde, flutete ich mit einem Teil meines Wassers das geschaffene Becken und es entstand die „Neue Donau“. Neben der „Neuen Donau“ befindet sich ein Altarm meinerseits, der inzwischen eher einem See ähnelt, da er nicht mehr an meinen Hauptstrom anschließt. Die Menschen sprechen von der „Alten Donau“.
Zurück zu meinem Hauptarm. Nach der Trennung linkerhand durch die „Neue Donau“, zweigt kurz darauf rechterhand auf natürlichem Wege der „Donaukanal“ ab. Der „Donaukanal“ war in der Monarchie jener Teil, welcher sich zur damaligen Zeit am besten zur Schifffahrt eignete bis zu den Zeiten der Donauregulierung. Im August 1894 wurde mit dem Bau der Nussdorfer Wehr begonnen. Der berühmteste österreichische Architekt Otto Wagner erarbeitete die Pläne für die Gestaltung des Wehrs mit der Schemelbrücke und seinen Nebengebäuden im Jugendstil. Zwischen 1971 und 1975 wurde das Wehr aufgrund einer Verbesserungsmaßnahme des Hochwasserschutzes durch ein modernes Segmentwehr ersetzt. Auch der Bau der Nussdorfer Schleuse begann im August 1894. Doch im Gegensatz zum Wehr ist von der Schleuse nur wenig bekannt. Zwischen 1964 und 1966 wurde die Schleuse aufgrund ihrer veralteten und zu kleinen Kapazität für die modernen Schiffe umgebaut. Diese Schleuse ist heute immer noch in Betrieb und mein Kanal wird auch durch Linienschiffe befahren.
Nochmals zurück zu meinem Hauptarm. Einige Stromkilometer nach der Abzweigung des Donaukanals beginnt die berühmte Bezeichnung „Handelskai“, auf dem sowohl Linienschiffe als auch Kabinenschiffe und Frachter Stehplätze vorfinden. Er entstand 1875 und der Name leitet sich von Lagerhäusern, Schiffsanlageplätzen und Kaianlagen ab, die man heute noch zum Teil finden kann. Der Handelskai als anliegende Straße reicht über 8,5km vom 20. bis in den 2. Wiener Gemeindebezirk.
Nach passieren des Handelskais erblicke ich die Schleuse Freudenau. Der Baubeginn des Laufkraftwerkes erfolgte 1992. Am 22. Oktober 1996 ereignete sich ein folgenschweres Schiffsunglück. Das Kraftwerk selbst war noch in Bau und zwischen der Schleuse und den Wehrfeldern befand sich eine Insel. An diesem Tag herrschte extremes Hochwasser jedoch hatte der Wasserstand beim Pegel Korneuburg noch nicht die Gefahrenmarke überschritten. Aufgrund meiner starken Strömung wurde das slowakische Motorschubschiff „Liptov“ mitgerissen. Der Schubverband kolliedierte mit der besagten Insel und die Seile, welche Schubbarge und Mutterschiff verbanden, rissen. Die Besatzung schaffte es, den Schubkahn bei der Schleuse zu befestigen, während die „ Liptov“ aus der Gefahrenzone entkommen konnte. Nur 10 Minuten später verfehlte das slowakische Schubschiff „Dumbier“ bedingt durch meine starke Strömung die Schleusenöffnung und wurde durch ein Wehrfeld gepresst. Nur 1 Besatzungsmitglied konnte gerettet werden, 8 weitere kamen dabei ums Leben. Im Jahr 1998 wurde das Kraftwerk fertig gestellt.
Kurz nach der Schleuse vereinige ich mich wieder mit der „Neuen Donau“ und dem „Donaukanal“ und fließe unbeschwert weiter in meine nächsten abenteuerlichen Landschaften.

Von Wien zur Mündung der March:

Unterhalb der Bundeshauptstadt Wien durchfließe ich eine Landschaft, die sich bis heute im Wesentlichen in ihrem Urzustand erhalten hat.
Meine Reise geht vorbei an den Grünbereichen der Lobau, diese war einst Schauplatz von Vorpostengefechten in deren Anschluss es zur Schlacht von Aspern kam. Durch Erzherzog Karl erfuhr Napoleon am 22. Mai 1809 seine erste Niederlage. Einige Stromkilometer entfernt, treffe ich auf meiner rechten Seite auf den Ort Fischamend, dessen Entstehung auf ein Dorf des 11. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Funde lassen jedoch schließen, dass hier bereits in den Tagen der Römer eine Befestigungsanlage stand.
Ich genieße ganz offen gestanden das Gefühl frei fließen zu dürfen. An manchen Teilen der Uferböschung kann ich mich auch noch frei entfalten, was gelegentlich den einen oder anderen, der alten Bäume zu Fall bringt. Meine Freiheit in dieser Region verdanke ich den Demonstrationen von tausenden Umweltschützern, die im Jahre 1984 den Bau des Donaukraftwerkes Hainburg verhinderten. Der Bau dieses Kraftwerkes hätte gewaltige Veränderungen an mir und an meinem Umfeld bewirkt, doch durch weitsichtige Liebhaber von Au und Fluss wurde der Weg zur Entstehung des Nationalpark Donauauen geebnet. Der Park mit seiner Fauna und Flora stellt heute ein einzigartiges Landschaftsschutzgebiet dar, dessen Zentrale im Schloss Orth untergebracht ist. Orth an der Donau liegt an meiner linken Seit bei Stromkilometer 1902. Sein Name taucht erstmals im 11. Jahrhundert auf, seine Besiedelung reicht jedoch bis in die jüngere Steinzeit zurück.
Einige Kilometer Stromab, fällt mein Blick auf Petronell. Der Ort dessen Entstehung in das 11 Jahrhundert zurückreicht, wurde auf dem ehemaligen Gebiet der Römischen Zivilstadt Carnuntum erbaut.
Der Entstehung von Carnuntum ging eine groß angelegte Militäroffensive unter der Führung des römischen Feldherrn Tiberius gegen die Markomannen voraus. Aus diesem Grund ließ er im sechsten Jahre nach Christus ein Winterlager in diesem Gebiet errichten. Durch den pannonischen Aufstand wurde die Militäroffensive beendet und die Flüsse Donau und Rhein bildeten fortan die Reichsgrenze. Die anschließende Befestigung des Standlagers im Jahre 40 nach Christus, durch die Legion XV Apollinaris bildete den Grundstein für die Entwicklung der späteren Metropole. In ihrer Blütezeit umfasste die Stadt eine Fläche von etwa 10 Quadratkilometern und bot Lebensraum für 50.000 Einwohner. Durch die Teilung der Provinz Pannonien in den Jahren 103 bis 107 nach Christus wurde Carnuntum Hauptstadt der Provinz Oberpannonien. Kaiser Hadrian erhob die Stadt um das Jahr 124 nach Christus in den Rang einer römischen Stadt. Nach dem Abzug der Römer beginnt die Stadt gegen Ende des 4. Jahrhunderts zu verfallen und wird wiederholt geplündert.
Ich lasse die Römische Geschichte hinter mir und meine Reise geht weiter, vorbei an Bad Deutsch-Altenburg und mein Blick richtet sich auf die alte Stadt Hainburg. Die Stadt wurde 1050 gegründet als Heinrich der III den Auftrag zum Bau einer Burg auf dem Schlossberg gab. Unter Leopold dem VI wurde sie erweitert und mit einer Stadtmauer umgeben, die teilweise noch sehr gut zu sehen ist. Bemerkenswert sind das Wienertor, das um 1270 errichtet wurde und das cirka 10 Jahre ältere Ungartor. Durch die beiden Türkenkriege wurde Hainburg sehr in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahre 1683 erfolgte die Stürmung der Stadt, wobei Tausende Einwohner niedergemetzelt wurden. Von großer Bedeutung war 1793 die Gründung der Tabakfabrik, die sich unmittelbar an meinem Ufer befand und nach ihrer Auflassung zu einem Kultur und Eventgebäude umfunktioniert wurde.
An der östlichen Seite von Hainburg erhebt sich der bereits in der Hallstattzeit besiedelte Braunsberg, auf dessen Höhen in späterer Folge eine keltische Siedlung und Wallburg entstand. Am Fuße des Berges, etwas oberhalb meines Ufers stand die Burg Röthelstein, die jedoch bereits im 15. Jahrhundert wieder verfiel, so das nur noch Mauerreste von ihr zu sehen sind.
Flankiert vom Grün der Auwälder erreiche ich nach kurzer Fließstrecke die Mündung der March, dem Grenzfluss zwischen Österreich und der Slowakei. Hier verlasse ich das Österreichische Staatsgebiet und blicke bei Stromkilometer 1880 auf die alte Grenzfestung Theben mit ihrer weit zurückreichenden Geschichte.
Ich setze meine einzigartige und erlebnisreiche Reise fort, um die östlichen Länder Europas zu entdecken bis zu meinem Reiseziel dem schwarzen Meer.

Ihr Strom durch Europa, Ihre Donau!

© SONNBURG EVENTS - Gerhard Weckauf KG (Eventagentur-Vertrieb-Werbeagentur)

Suchen nach

Allgemein